„Die Stierin“ in der Kleinen Zeitung

Andrea Stift-Laube seziert Gewalt an Frauen.

Eigentlich verliebt sich Käseverkäuferin Maeve nur in den falschen Mann. Wieder einmal. „Er fing mich also ein. Und behandelte mich bald wie etwas, das man sich eingefangen hatte.“ Alli demütigt, schlägt und vergewaltigt sie.

In nüchterner Sprache erzählt die steirische Autorin Andrea Stift-Laube von Gewalt gegen Frauen und ihrer Lust auf Rache. Geschickt verwebt sie die Story von Maeve, die sich in die Kammer ihres Ladens zurückzieht und aus den Käseresten ein Streitheer aus Figuren schnitzt, mit einem alten irischen Mythos der kriegstreiberischen Halbgöttin Maeve. Ein dreistimmiger Chor kommentiert die Geschichte, treibt sie in eine andere Richtung. Das intensive Kammerspiel schont Figuren und Leser nicht – es geht um Mord, Sehnsucht, Gerechtigkeit. Als Emanzipationsdrama spendet es Mut.

(Danke, Julia Schafferhofer. Kleine Zeitung, 11.2.2017)

Dichtarbeit

Auf Initiative des vorjährigen Grazer Stadtschreibers Ulrich Schlotmann ist dieses Buch entstanden, dass zeigt, wie, wann und wo Dichterinnen und Dichter arbeiten. Erschienen ist es im Ritter Verlag. Texte, Fotos und Notate gibt es darinnen (unter anderen) von Angelika Reitzer, Birgit Pölzl, Markus Jaroschka, Gertrude Grossegger, Andrea Stift-Laube und Ulrich Schlotmann.

dichtarbeit

Wahlrecht für behinderte Menschen

In der Kleinen Zeitung erschienen: Mein Beitrag zum Wahlrecht für behinderte Menschen – das ein Menschenrecht ist.

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Weil der Text nicht online ist, stelle ich ihn hier noch einmal zur Verfügung. **********


Wenn wieder eine Wahl ansteht, dann ist es bei uns zu Hause ganz selbstverständlich, dass die ganze Familie sich Wahlkarten bestellt. Erstens sind wir alle viel zu faul, am Sonntag zur Wahlkabine zu gehen, und zweitens ist mein Sohn behindert, das heißt, wir wählen für ihn mit. Wir bestellen online seine Wahlkarte, nehmen sie für ihn bei der Post entgegen, öffnen sie, machen das Kreuzerl überall, nur nicht bei der FPÖ, fälschen seine Unterschrift und schicken die Karte retour. Das ist das Wahlprocedere – wie es sich die Freiheitlichen vorstellen.

Selten (aber immer wieder) passiert es den Politikern dieser Partei, dass sie ihr Demokratieverständnis so entblößen, wie sie es mit ihren jüngsten Aussagen getan haben. Der blaue Behindertensprecher Norbert Hofer will das verfassungsmäßig festgeschriebene Wahlrecht für besachwaltete oder schwerbehinderte Menschen abschaffen. Das Motiv ist klar: Wahlkartenwähler wählen lieber andere Parteien als die FPÖ, also muss man die Briefwahl abschaffen oder sie zumindest in ein schiefes Licht rücken. Eine bekannte Vorgehensweise dieser Partei übrigens auch das. Man muss nicht lange herumreden: Was die FPÖ hier vorschlägt ist ein Angriff auf ein Menschenrecht und eine Ent-Subjektivisierung behinderter und pflegebedürftiger Menschen. Allein die Idee macht schaudern. Wie möchte denn Herr Hofer feststellen, wer „zu behindert“ zum Wählen ist? Gibt das einen Eintrag im Behindertenpass? Müsste man dann nicht auch eine Altersobergrenze einführen? Man darf dann zwar Auto fahren, bis man das Zeitliche segnet, aber wählen nicht mehr. Die Parallelen zu vergangenen Zeiten sind ungeheuerlich. Wie man es sich nun tatsächlich vorstellen darf, wenn ein behinderter Mensch sein Wahlrecht ausübt, schildere ich gerne, diesmal am realen Beispiel meiner Familie. (Ich durfte mir ja auch schon anhören: „Er darf wählen? Aber er versteht ja nichts!“ „Doch“, habe ich entgegnet, „er versteht“.) Wir halten es so, dass wir uns gemeinsam Fernsehdiskussionen oder TV-Ausschnitte ansehen, nebst Wahlwerbung in leichter Sprache. Die Wahl, also der tatsächliche Akt, obliegt meinem Sohn. Er kann wählen, wen er will, auch die FPÖ. Wenn ich daran denke, wie meine Mutter immer gewählt hat (nämlich ohne zu hinterfragen die Partei, die mein Vater gewählt hat) kann ich guten Gewissens sagen, dass mein Sohn bestens informiert ist. In anderen Familien wird es vermutlich ähnlich gehalten. Auch Pflegekräfte in Heimen haben mit Sicherheit Besseres zu tun, als reihenweise Karten mit ihrer Lieblingspartei zu bekreuzeln. Die FPÖ hat hier einen ordentlichen Schritt in braunen Gatsch getan. Wie üblich, entschuldigt sie sich dafür nicht.

Ventspils – Lettland – Gedichte

Im Juli 2015 durfte ich einen Monat lang im International Writer`s and Translator`s House in Ventspils/Lettland wohnen und schreiben. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens dieser wundervollen Einrichtung wurde soeben ein Band veröffentlicht, in dem unter anderem einige meiner Lettland-bezogenen Gedichte ins Lettische übersetzt abgedruckt sind.

Vielen Dank an Atdzejojusi Jana Verdina für die Übersetzung!

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Roh wie romantisch

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In Berlin erscheint in diesen Tagen bei Sukultur mein neues Buch „Roh wie romantisch. Ein Reigen.“ Sukultur ist der Verlag, dessen Bücher bei den coolsten Bahnstationen Deutschlands aus dem Automaten gezogen werden können. Was mich indirekt natürlich auch coolisiert. Vielen Dank Magdalena Zlotkiewicz für das wie immer beste Cover, das ich mir wünschen kann, und Sofie Liechtenstein von Sukultur!